Demokratiebildung in Freiwilligendiensten - Weiter so oder ganz anders? (KeF-Studientag)
Demokratieförderung ist seit vielen Jahren ein Aspekt schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit und damit auch der Bildungsarbeit in Freiwilligendiensten.
Wie geschieht dies derzeit in Freiwilligendiensten - ob im Inland oder international? Was sind Herausforderungen und wie kann man diesen begegnen? Was ist "zeitgemäß" und was können die evangelischen Freiwilligendienste aus angrenzenden Bereichen lernen?
Diese und viele weitere Fragen wurden beim diesjährigen Studientag der Konferenz evangelischer Freiwilligendienste (KeF) Mitte Mai 2025 in Lutherstadt Wittenberg gestellt und diskutiert.
Festgestellt wurde: Die zunehmende Heterogenität der Gruppen in Bezug auf Alter, Bildungsabschluss, soziale Schichtung und andere Faktoren führt bei vielen Trägern zu einem stärkeren diversitätsorientierten Ansatz in der Bildungsarbeit. Eine neue Herausforderung ist, wie mit geäußerten extremen politischen Positionierungen von Freiwilligen angemessen umgegangen werden kann. Zwei Phänomene sind angesichts dessen bei Teilnehmenden zu beobachten: erstens eine grundsätzlich abnehmende Toleranz für völlig von der eigenen Position abweichende Positionen sowie zweitens eine zunehmende Kluft zwischen denjenigen, die sich kritisch mit Neokolonialismus, Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzen und denen Awareness am Herzen liegt, und denjenigen, die einer offenen Gesellschaft kritisch gegenüberstehen.
Dies wurde auch als Chance gesehen, da sich diese Breite in den Freiwilligendiensten, v.a. im Inland, trifft. Wichtig ist es, einen guten Umgang damit zu finden - und so gab es Erfahrungen und Tipps von Seiten der beiden Referent*innen Christine Böckmann, Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R) und Geschäftsführerin der Kath. Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt (KEB), und Tobias Thiel, Studienleiter der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt.
Tobias Thiel stellte zudem neue Studien zur Jugend in Deutschland vor, um auch hierauf aufbauend Praxis-Überlegungen gemeinsam entwickeln zu können.
Die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen waren durchweg positiv - so haben alle geäußert, mindestens ein Aha oder konkretes To-Do für sich für den Arbeitsalltag mitzunehmen.