Sie sind hier

Statistische Erhebung 2018 zu internationalen Freiwilligendiensten in Deutschland erschienen

Datum: 

Durch die vom AKLHÜ e.V. durchgeführte 15. statistische Erhebung konnte ein Großteil der im Jahr 2018 ausgereisten und aufgenommenen Freiwilligen und deren Entsendeorganisationen erfasst werden. Damit zeichnet die Erhebung ein umfassendes Bild der aktuellen Lage der internationalen Freiwilligendienste in Deutschland ab.

Die jährliche Fortschreibung der erfassten Daten erlaubt eine kontinuierliche Beobachtung der Entwicklungen in diesem Bereich. Viele der auf diese Weise in den letzten Jahren identifizierten Trends haben sich auch in der diesjährigen Erhebung bestätigt.

Erkenntnisse Outgoing:

Insgesamt 187 Organisationen, die zusammen insgesamt 8.685 Freiwillige über geförderte und privatrechtliche Freiwilligendienste und Workcamps ins Ausland vermittelten, haben sich 2018 an der Erhebung beteiligt.

Die staatlich geregelten und geförderten Freiwilligendienste dominieren den Outgoing-Bereich mit über 90 % aller Entsendungen, wobei die meisten Freiwilligen weiterhin über weltwärts und den IJFD ausreisen. Insgesamt sind die Entsendezahlen seit 2006 stark angewachsen. Inwieweit die in den letzten beiden Jahren leicht rückläufigen Zahlen eine Stagnation oder gar eine Trendwende andeuten, bleibt abzuwarten.

Abiturient*innen bleiben die Hauptzielgruppe im Outgoing, mit besonders starker Ausprägung in den staatlich geförderten Diensten. Deutlich unterrepräsentiert bleiben Freiwillige ohne Abitur und Freiwillige mit einer Berufsausbildung. Weiterhin werden die Outgoing-Freiwilligendienste von weiblichen Teilnehmenden dominiert, sie machten wie schon im Vorjahr 71 % aller Freiwilligen aus.

Erkenntnisse Incoming:

173 Organisationen, die zusammen insgesamt 7.204 Freiwillige über geförderte und privatrechtliche Freiwilligendienste und Workcamps in Deutschland aufgenommen haben, haben sich für das Jahr 2018 an der Erhebung beteiligt.

Der Vergleich mit den Vorjahren macht vor allem die Bedeutungszunahme der Incoming-Freiwilligendienste deutlich. Allein gegenüber dem Jahr 2017 ist die Gesamtzahl nochmals um über 1.500 Freiwillige angestiegen. Dabei erfolgte die Aufnahme von Freiwilligen aus anderen Ländern weiterhin nahezu ausschließlich über staatlich geförderte Programme. Das Wachstum konzentriert sich auf die beiden großen Programme BFD und FSJ sowie auf die 2013 neu entstandene Süd-Nord-Komponente des weltwärts-Programms. Im Rahmen dieses Wachstums scheinen sich trotz der Kontinuität in der Dominanz der Einreisen aus der Region Europa, Kaukasus, Zentralasien vor allem auch neue Möglichkeiten für Freiwillige aus anderen Regionen zu eröffnen.

Dass Incoming im Trend liegt, zeigt sich auch anhand der großen Anzahl an Organisationen, die allein in diesem Jahrzehnt mit der Aufnahme von Freiwilligen begonnen haben. Über die Hälfte der an der Befragung teilnehmenden Organisationen hat erst im Jahr 2010 oder später erstmals internationale Freiwillige aufgenommen. Viele Organisationen, die bisher nicht oder nur in der Entsendung von Freiwilligen tätig waren, öffnen sich für die Umsetzung von Incoming-Freiwilligendiensten und gliedern sich ein in eine vielfältige Trägerlandschaft, die Jahr für Jahr zahlreiche Austauscherfahrungen ermöglicht. Die gesamten statistischen Erhebungen können Sie hier als PDF runterladen.